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Amerika-Austausch

 

 

USA-Austausch 2013

Im Zeitraum vom 1. bis zum 20. Oktober dieses Jahres begaben wir, 20 Schüler der Jahrgänge 12 und Sekunda des Gymnasiums Wellingdorf unter der Aufsicht von Frau Bartholmé und Frau Köhler, uns auf einen Schüleraustausch mit unserer Partnerschule in Gretna, Nebraska und flogen anschließend bis zum 25. Oktober in die Hauptstadt der Vereinigten Staaten, nach Washington, D.

Zunächst fielen uns insbesondere die Unterschiede zwischen dem Leben in Deutschland und dem in den USA auf. Zum Beispiel dürfen Jugendliche dort bereits im Alter von 16 Jahren Auto fahren, wenn sie weiter weg von der Schule wohnen sogar schon mit 14 Jahren. Ein weiterer Unterschied ist zudem, dass der Führerschein in den Vereinigten Staaten nur ca. 16 Dollar kostet, während man ihn hier nie für weniger als 1000 Euro bekommt.

Da wir so gut wie jeden Tag die Schule besuchten und sogar unsere eigenen Stundenpläne bekamen, fielen uns auch dort einige Unterschiede auf. Zum Beispiel haben die Schüler der Gretna High School jeden Tag dieselben sieben Stunden und jeden Tag Schule bis um 03:21 Uhr nachmittags. Die einzigen Pausen am Tag sind die große Mittagspause und die 5-Minuten-Pausen, die da sind, um den Raum zu wechseln, da jeder Lehrer einen eigenen Raum zum Unterrichten besitzt, was dazu führt, dass die Flure während der Pausen voll von Schülern sind.

Auch in der Gesellschaft gibt es viele Unterschiede. Zum Beispiel sind viele Leute in Gretna sehr religiös, deswegen darf die Schule am Mittwoch, wenn die kirchliche Jugendgruppe stattfindet, keine Hausaufgaben aufgeben. Außerdem sind die meisten Personen in Gretna kaum zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs, sondern fahren eher mit dem Auto.

Einen der vielleicht größten Unterschiede findet man im Sport, denn die Begeisterung für Fußball ist ziemlich gering. Die Sportart, die die meiste Beachtung in Nebraska bzw. in ganz Nordamerika findet, ist American Football. Das Stadion der „Huskers“, der Footballmannschaft der Universität von Nebraska, fasst ungefähr 90.000 Personen, neunmal so viel wie die Ostseehalle. Andere sehr beliebte Sportarten sind Basketball, Baseball und Volleyball.

Neben dem Besuch der Schule fanden vormittags auch noch andere Aktivitäten statt. Wir besuchten zum Beispiel Nebraskas Hauptstadt Lincoln und den dortigen Regierungssitz und lernten die Geschichte Nebraskas im Joslyn Castle kennen. Außerdem besuchten wir den Omaha World-Herald, eine Zeitung, die in Nebraska und Teilen Iowas veröffentlicht wird, und auch den einzigen Standort des deutschen Erntetechnikunternehmens Claas in den USA, ebenfalls in Omaha beheimatet. Wir machten ein Lagerfeuer auf „Vala’s Pumpkin Patch“ und grillten mit allen deutschen und amerikanischen Austauschschülern Hot Dogs und Marshmallows. Darüber hinaus konnten wir uns das Footballspiel der High School-Mannschaft Gretnas angucken, das die „Gretna Dragons“ souverän gewannen.

Aber wir brachten den Amerikanern auch unsere Kultur näher, indem wir im Deutschunterricht, aber auch in anderen Fächern, wie z.B. Soziakunde, Vorträge über das Leben in Deuschland, über Kiel, deutsche Musik etc. hielten. Und besonders viel Spaß machte es einigen von uns, in die umliegenden Grundschulen zu gehen und den Schülern (Kindergarten bis 6. Klasse) erste deutsche Worte, die Zahlen von 1-10 etc. beizubringen. Wir wurden sehr herzlich empfangen und von den Grundschülern geradezu mit Fragen zu Deutschland und Europa überschüttet. Vermutlich wählen jetzt viele von ihnen Deutsch statt Spanisch in der High School…

Ein ganz besonderes Ereignis war jedoch der Vormittag, an dem wir drei deutsche Immigranten, die schon lange in Nebraska leben, interviewen durften. Heinz Olk, Lew Miller und Henry Zimmermann kamen extra zu uns in die Schule, um uns von ihrem Leben in Deutschland, der Auswanderung nach Amerika und ihren Anfängen in Nebraska zu berichten (siehe Plakate).

Am Sonntag, den 20. Oktober, endete dann leider unser Besuch bei den Gastschülern in Nebraska. Um 7:15 Uhr morgens startete unser Flieger in Omaha, also verabschiedeten wir uns in aller Frühe von unseren Gastfamilien, die wir alle sehr ins Herz geschlossen hatten. In Charlotte, North Carolina stiegen wir um und erreichten schließlich den Flughafen in Washington. Mit der U-Bahn fuhren wir zu unserer Herberge, von wo wir uns nach dem Einchecken zu Fuß auf den Weg zu den ersten Sehenswürdigkeiten machten. Wir waren beim Weißen Haus, Washington Monument, National World War II Monument, Reflecting Pool und Lincoln Memorial. Danach kehrten wir zum Hostel zurück und bestellten für die ganze Gruppe Pizza.

Am zweiten Tag besuchten wir die „Library of Congress“, die mit 155 Millionen Medieneinheiten zweitgrößte Bibliothek der Welt. Als nächstes besuchten wir das Spionage Museum und später hatten wir wiederum etwas Freizeit. Am Abend hatten wir eine zweistündige Stadtführung gebucht, die sich schwerpunktmäßig mit dem Attentat auf Abraham Lincoln befasste.

Am dritten Tag erkundeten wir vormittags mit dem Bus „Arlington Cemetery“, den größten Militärfriedhof der USA mit über 250000 Gräbern. Z.B. besuchten wir das Grab von John F. Kennedy und wohnten der Wachablösung am „Grabmal des unbekannten Soldaten“ bei. Danach fuhren wir mit der U-Bahn zu einem riesigen Einkaufszentrum mit ca. 170 Geschäften, in dem jeder ausreichend Zeit hatte, um sich nach Geschenken etc. umzusehen, damit man nicht zu viel Geld wieder nach Hause brachte. Darauf gingen wir zum Pentagon und später zurück zur Herberge.

Am vierten Tag besuchten wir vormittags das „National Museum of American History“ der Smithsonian Organisation, wo wir auch eine Führung bekamen, und am Nachmittag besichtigten wir das „National Air and Space Museum“, welches ebenfalls der Smithsonian Organisation angehört. Zu sehen sind hier zahlreiche Exponate aus der Geschichte der Luft- und Raumfahrt. Den letzten Abend verbrachten wir alle gemeinsam im Hard Rock Café.

Am letzten Tag wurden wir um 9 Uhr morgens von zwei Bussen abgeholt, die uns zum Flughafen in Baltimore brachten. Von dort flogen wir über Newark, New Jersey nach Hamburg, wo wir am Freitag, den 25. Oktober, um 6:30 Uhr landeten.

Abschließend lässt sich sagen, dass wir eine sehr erlebnisreiche, unvergessliche Zeit hatten. Es wurden viele Freundschaften geschlossen und wir freuen uns schon alle auf den Gegenbesuch im Juni 2014.

Paul Cordes, Per Niklas Voß

 

 

vom 27.11.2013

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