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Johann Theede – ein Architekt vom Kieler Ostufer

Unsere Ausstellung

Der aus Ellerbek stammende Architekt Johann Theede hat die Architektur Kiels – sowohl in der Innenstadt als auch auf dem Kieler Ostufer – in den ersten zwei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts maßgeblich mitgestaltet. So baute er 1910/11 an der Schönberger Straße 67 in Wellingdorf eine Schule, die ursprünglich als Mittelschule geplant war und in der ab 1914 die ersten Schüler der Königlichen Oberrealschule, Vorläuferin des heutigen Gymnasiums Wellingdorf, unterrichtet wurden.

Das 100-jährige Jubiläum des Gymnasiums war für meine 12. Klasse im Ästhetischen Profil Anlass, eine Ausstellung über diesen Architekten zu machen.

Link zum Zeitungsartikel vom 26. April 2014

Unterstützt durch die Kunsthistorikerin und Theede-Forscherin Eva-Maria Karpf (http://kielarchitektur.wordpress.com/about/ )stöberten die 21 Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs im Stadtarchiv der Stadt Kiel und in der Landesbibliothek und fanden in alten Bauakten und Büchern wichtige Informationen zu ihrem Ausstellungsthema. Bis Anfang Mai arbeiteten sie im Kunstunterricht daran, ihr gesammeltes Material kreativ in Fotos, Zeichnungen und Objekte umzusetzen sowie eine Ausstellungsbroschüre (PDF-Datei) zu gestalten. Ein Film über Theede, in dem eine Schülergruppe ihr schauspielerisches und filmtechnisches Talent unter Beweis stellt, wurde im Rahmen der Ausstellung ebenfalls gezeigt.

Das Projekt wurde finanziell unterstützt durch die Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein. Die Kieler Fa. Raab-Karcher hat uns mit Materialspenden unter die Arme gegriffen.

Im Juli 2014 wurde die Klasse für ihr kulturhistorisches Engagement mit dem schuleigenen Förderpreis (Link zum Zeitungsartikel) ausgezeichnet

Im Rahmen des Deutschunterrichts bei Frau Schwabe verfassten die Schüler/innen für die wikipedia Enzyklopädie einen Eintrag zu Johann Theede.

 

Hier geht es zur Fotodokumentation des Projektes.

 

Kommentare der Schüler und Schülerinnen zu ihrem Projekt

Da die Arbeit am Theede-Projekt einen Teil der Halbjahrsnote in Kunst ausgemacht hat, fertigten die Schüler und Schülerinnen zu ihrem jeweiligen Ausstellungsthema Mappen an, in denen sie auch und gerade Gelegenheit hatten, von ihren Erfahrungen mit dem Projekt zu berichten und eine abschließende Bewertung abzugeben. Hier einige Auszüge aus den Kommentaren:

„Als ich das erste Mal hörte, dass wir eine (fast) Halbjahresarbeit über Johann Theede  erarbeiten, habe ich mich zunächst gefreut, da ich es schade fand, dass es über Theede so wenig zu erkunden gab. Doch im nächsten Augenblick wurde mir klar, was da für ein riesiger Haufen Arbeit auf uns zukommt, und der alltägliche Schulstress gewann überhand.

Noch eine langfristige Arbeit? Zusätzlich zu all den anderen Sachen? Aber als wir dann mit den Recherchen rund um Theede begannen, verflog der Stress allmählich und Interesse und Neugier machten sich breit. Ich habe vorher noch nie in solchem Umfang Recherche betrieben.

Ich habe während dieses Projektes nicht nur unglaublich viel über die Person und das Werk Johann Theedes, sondern auch viel über Recherche- und Archivarbeit erfahren, über Ausstellungsgestaltung und über Architektur.“ (Max Oke Lohse)

 

„Als wir im Wehdenweg unseren Film gedreht haben. wurden wir von einem älteren Herrn angesprochen, der sich interessiert an unserem Projekt zeigte. Wie sich herausstellte, war er selbst Mitglied im Landhausbauverein Wellingdorf. Wir stellten Frau Karpf diesen Herrn vor und so ergab sich auch für sie ein Kontakt, der sie vielleicht zu neuen Quellen führen wird.

Außerdem entwickelte ich über die Zeit ein Gefühl dafür, was Theede geschaffen hat. So ging ich zum Beispiel durch die Dänische Straße in Kiel und entdeckte dort eine Fassade, die höchstwahrscheinlich von Theede erbaut worden ist. Später nach einem Gespräch mit Frau Karpf zeigte sich, wie richtig ich damit lag.

Neben dem Gefühl für die Architektur Theedes und die Feststellung, dass das Internet nicht allwissend ist, habe ich auch andere Dinge gelernt, die mir später nicht nur im Fach Kunst weiterhelfen werden. So habe ich z.B. geschichtlich einiges dazugelernt, und zwar Geschichte, der wir jeden Tag vor der Haustür begegnen. Dass die Musikschule früher ein Milchhof war und auch noch die erste Etagenmeierei Deutschlands, war mir bis zum Projekt nicht bekannt.“ (Henrieke Neumeyer)

 

„Wir haben erfahren, wie man eine Ausstellung entwickelt und fertigstellt. Außerdem haben wir das selbstständige Lernen und Erarbeiten von Sachverhalten, die nicht im Internet zu finden sind, gelernt. Wir haben gelernt, uns zu organisieren und die uns zur Verfügung stehende Zeit einzuteilen. Wir haben gelernt, wie man mit Enttäuschungen und Rückschlägen umgeht und Alternativen findet. Hierbei war besonders unser handwerkliches Geschick gefragt, denn der Torbogen sowie der Schornsteinbau waren eine Herausforderung. Nicht immer hat alles sofort geklappt, so wie wir uns das vorgestellt haben.“ (Janne Scheffler und Janne Karlitschek)

 

„Mir persönlich macht freies und selbstständiges Arbeiten sehr viel Freude. Es ist was ganz anders als der normale Unterricht. In diesem Rahmen war ich auch motivierter und kreativer als sonst. Diese Erkenntnis hat mir Sicherheit für meine Zukunft gegeben, weil es bestätigt hat, dass ich gut eigenständig und in der Gruppe arbeiten kann. Ich bin stolz auf uns als Klasse, dass wir trotz des Stresses und der vielen Schwierigkeiten und Hindernisse zusammengehalten haben.“ (Lilith Bizer)

 

„Um (während einer Klassenführung) alle (Schüler/innen) mit einzubinden, fragten wir , ob sie denn ein paar der Gebäude auf der Karte wiedererkennen könnten. Viele waren erstaunt, dass auch die Gebäude, an denen sie täglich vorbeilaufen, Bauten von Theede sind und dass einem seine Architektur überall in Kiel über den Weg laufen kann…“(Linda Stein und Theresa Ramirez)

 

„Insbesondere Frau Karpf und Herr Rosenplänter haben uns bei diesem Projekt sehr weitergeholfen und es war eine Freude, in der Vernissage zu sehen, wie aufgeregt und interessiert die beiden unsere Ausstellung bewundert haben. Gerade nach einer so langen Arbeitsphase war es schön, auch von den Lehrern viel Lob zu hören und hoffentlich in Zukunft nicht mehr als das ‚Tuschprofil‘ abgestempelt zu werden.“ (Linda Stein)

 

Auszüge aus dem Gästebuch

Die Ausstellung hat bei vielen Besuchern, wie die Auszüge aus unserem Gästebuch belegen mögen, positive Resonanz ausgelöst:

„Eine großartige Verbindung meiner zwei Kieler Schulen im Geiste des Meisters Theede – Fröbelschule und Gymnasium Wellingdorf“ – „Ein Gewinn!“ – „Ein tolles Forschungsprojekt, bei dem viele Menschen viele Talente entfalten konnten!…“, – „Ein sehr engagiertes Projekt und originelle Ansatzpunkte, sich dem Thema anzunähern“, – „Das habt ihr super gemacht, das könnte ich mit meiner Klasse auch mal machen…Danke!“, – „Eine wertvolle Ausstellung, der man das Herzblut und die Mühe der Herstellung anmerkt“, – „Eine tolle Ausstellung, in der nichts fehlt, was man in einer zeitgenössischen Ausstellung erwartet“…

vom 10.12.2014

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