09
11

Post für uns aus INDIEN

Unsere Schülerin Anna Saviya Tachulke schreibt über ihre Erfahrungen

Hier bin ich also. Ein normales deutsches Mädchen, das sich plötzlich mitten in Indien wiederfindet. Okay, nicht mittendrin. Im Süden, in Coimbatore. Wer hätte das vor ein oder zwei Jahren erwartet? Wohl keiner, am allerwenigsten ich selbst. Aber hier bin ich nun, dank Rotary, und es ist wundervoll, aber auch ganz anders als erwartet. Wenn man an Indien denkt, was schießt einem da durch den Kopf? Saris, Elefanten, Slums, das Taj Mahal – und natürlich das Essen. Dabei ist Indien so viel mehr!

Zuerst, die Kleidung. Man geht auf die Straßen und wird überschwemmt von der Farbenpracht an Saris. So weit so gut, das hat man erwartet. Aber dann sind da auch noch die Jugendlichen, ganz normal in Jeans und T-Shirt oder alternativ in Schuluniform. Damit hätte ich persönlich nicht gerechnet. Generell gibt es nicht so viele Unterschiede für uns Jugendliche, wie man am Anfang vielleicht glauben mag. Die Schule ist im Prinzip ähnlich wie in Deutschland und in der Freizeit geht man seinen Hobbys nach.

Elefanten trifft man auch nicht mitten auf der Straße, dafür allerdings Kühe, Ziegen und vor allen Dingen Hunde. Aber kommen wir mal zu den Unterschieden: Es ist schwer, die indische Küche zu beschreiben, wenn man sie nicht selbst erlebt hat. Es gibt 3 Mahlzeiten am Tag, jede mit unglaublich vielen verschiedenen Gerichten, die alle viel zu gut schmecken! Dann ist da noch die Tatsache, dass anstelle von Messer und Gabel die Hände zum Einsatz kommen, genauer gesagt nur die rechte Hand.

Dann das Wetter: Ehrlich gesagt hatte ich mit höheren Temperaturen gerechnet, trotzdem macht mir die Wärme hier von Zeit zu Zeit zu schaffen, zumal ich als Deutsche an ein regnerisch-kaltes Klima gewöhnt bin. Ein weiterer und sehr deutlicher Unterschied ist der Verkehr: Oh, mein Gott!

Man kann es zwar kaum glauben, wenn man noch nie mit einem Inder Auto gefahren ist, aber für mich als Deutsche ist es einfach verrückt! Das Motto der Inder beim Autofahren scheint in etwa so zu lauten: Vergesst alle Verkehrsregeln und achtet nur auf euren eigenen Vorteil und darauf, dass ihr selbst schnellst möglich ans Ziel kommt. Ich persönlich finde diesen Fahrstil recht interessant und erfrischend, allerding kann ich mir vorstellen, dass Menschen mit weniger Vertrauen zum Fahrer sehr schnell nervös werden könnten.

Und damit auch schon zum nächsten Punkt, dem Personal: Fahrer, Koch, Hausfrau, Security. All diese Rollen sind im Haushalt einer wohlhabenden indischen Familie zu finden. Und es ist ehrlich hart, sich damit abzufinden, wenn man daran gewöhnt ist, alles selbst zu machen. Aber es ist nun mal ein Teil der vielfältigen Kultur Indiens. Und diese Kultur ist wundervoll! Als Fremde in diesem Land bin ich unglaublich froh, das Land so intensiv kennenzulernen und ich bin mir sicher, dass ich noch mehr wundervolle Erfahrungen während meines Auslandsjahres hier machen werde.

Herzliche Grüße nach Wellingdorf!

Anna Saviya Tachulke

vom 09.11.2016

Vorheriger BeitragNächster Beitrag