11
03

Schulentwicklung am Gymnasium Wellingdorf: Rückblick und Ausblick

Vom Leitbild zur Unterrichtsentwicklung

Am 19. Juni 2008 hat die Schulkonferenz ein neues Schulprogramm für das Gymnasium Wellingdorf verabschiedet. Das aus den vier Leitzielen „Individualisierung des Lernens“, „Professionalisierung des Lehrens“, „Wertevermittlung“ und „Schule als Lebensraum“ bestehende Leitbild stellt die gemeinsame Zukunftsvision der Schule dar. Das Leitbild wird zu einem Instrument der Schulentwicklung, indem die Schulgemeinschaft zu den einzelnen Unterpunkten konkrete Arbeitsvorhaben beschließt, die in einem bestimmten Zeitraum umgesetzt und auf ihre Wirksamkeit überprüft werden. Mit der Verabschiedung des Leitbildes hat das Gymnasium Wellingdorf eine professionelle Grundlage für eine langfristige und nachhaltige Schulentwicklung gewonnen. 

Neben verschiedenen zeitlich begrenzten Arbeitsvorhaben  war die Schulprogrammarbeit in den Schuljahren 2008/09 und 2009/10 insbesondere der langfristigen Unterrichtsentwicklung mit dem Schwerpunkt „Individualisierung des Lernens“ gewidmet. Um die Ergebnisse zweier Schulentwicklungstage, aber auch weitere innovative Ansätze für die konkrete Unterrichtspraxis an unserer Schule nutzbar zu machen, hat das Gymnasium Wellingdorf zudem an dem vom IQSH ausgeschriebenen Schulprojekt „Lernkompetenz fördern“ teilgenommen. Im Schuljahr 2009/10 arbeiteten acht Lehrkräfte der Sexten und Quinten als klassenübergreifendes Team zusammen, um individualisierende Lern- und Arbeitsformen zu erproben. Dabei wurden sie von dem zuständigen Moderator, Herrn Peter Gregersen, kompetent begleitet. Diese Zusammenarbeit wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern als so konstruktiv und wirksam erlebt, dass das Projekt im Jahr 2011 in veränderter Zusammensetzung und Organisationsform fortgesetzt wurde.

Ein in Zusammenarbeit mit der „Aktion Kinder- und Jugendschutz“ durchgeführter Schulentwicklungstag im Jahr 2010 setzte wichtige Impulse zum immer virulenter werdenden pädagogischen Umgang mit den sogenannten „Neuen Medien“. Hieraus ging insbesondere die aus Lehrkräften, Elternvertretern und Schülerinnen und Schülern zusammengesetzte Arbeitsgruppe „Gewaltprävention“ hervor. Diese erarbeitete ein Präventionskonzept, das durch verschiedene Peer-to-peer-Elemente wie Schülerpatenschaften und Handyscouts gekennzeichnet und unter dem Leitziel „Wertevermittlung“ fest im Schulprogramm verankert  ist.

Derzeit steht die Schulentwicklung unter dem Motto  „Begabungen erkennen und fördern“. Hiermit wird einerseits an den Schwerpunkt „Individualisierung des Lernens“ angeknüpft und andererseits der Wahrnehmung zahlreicher Kolleginnen und Kollegen Rechnung getragen, die vielfältigen Begabungen der Schülerinnen und Schüler im herkömmlichen Unterricht nicht hinreichend fördern zu können. Auf einem Schulentwicklungstag im Juni 2013 erarbeitete das Kollegium zunächst ein gemeinsames Verständnis von Begabtenförderung. Demnach ist das Ziel der künftigen Unterrichtsentwicklung, Lernarrangements anzubieten, die alle Schülerinnen und Schüler in ihren individuellen Begabungsprofilen auf verschiedenen Kanälen ansprechen und ihnen vielfältige Möglichkeiten der Förderung bieten. Auf einem weiteren Schulentwicklungstag Anfang des Schuljahres 2014/2015 erarbeiten die einzelnen Fachschaften konkrete diesbezügliche Maßnahmen. Über die Ergebnisse wird in den Gremien und in der Schulzeitung berichtet.

Neustrukturierung der Schulprogrammarbeit

Als Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit mit dem Schulberater Herrn Heiner Bednarz strukturiert sich die Schulentwicklungsarbeit am Gymnasium Wellingdorf seit dem Jahr 2012 neu. Sie gliedert sich nunmehr in zwei Organe. Nach wie vor fungiert der Schulprogrammausschuss, zusammengesetzt aus Schüler-, Eltern- und Kollegiumsvertretern, als innovatives Gremium, das Ideen zur Gestaltung des Schullebens entwickelt. Demgegenüber ist die aus Kollegiumsvertretern zusammengesetzte Steuergruppe für die Umsetzung und Überprüfung der hieraus resultierenden konkreten Maßnahmen zuständig. Die jeweilige Konzentration auf programmatische bzw. steuernde Aufgaben ermöglicht ein effizienteres und für die Schulöffentlichkeit transparenteres Vorgehen, zumal nun für beide Organe regelmäßige Wahlen durchgeführt werden. Mitglieder des Schulprogrammausschusses sind neben dem Schulleiter Herrn Borstelmann die Kollegiumsvertreter Frau Amtsberg, Herr von Arend, Frau Behl und Frau Bökel, die Elternvertreter Frau Naase und Herr Wuttke sowie die Schülervertreter Robin Dengg und Patrick Silva. Der Ausschuss wird von Frau Behl geleitet. Der Steuergruppe gehören neben deren Leiterin Frau Amtsberg die Kollegiumsvertreter Herr von Arend, Frau Behl, Frau Hellmann und Herr Köster an.  Die Vertreterinnen und Vertreter des Schulprogrammausschusses und der Steuergruppe berichten auf den Sitzungen der Gremien sowie in der Schulzeitung regelmäßig über ihre Arbeit. Außerdem stehen sie Schülerinnen und Schülern, Eltern und Kolleginnen und Kollegen gern für Fragen und Anregungen zur Schulentwicklung zur Verfügung.

Christine Behl

 

vom 11.03.2014

Vorheriger BeitragNächster Beitrag