Das Förderkonzept des Gymnasiums Wellingdorf

Durch das breite Fächerangebot und den Fachlehrerwechsel nach Klassenstufen begegnen die Schülerinnen und Schüler einer Vielzahl von unterschiedlichen Inhalten und Themen, Lehrpersönlichkeiten und Arbeitsformen. Das ermöglicht jedem, die für ihn beste Lern- und Arbeitsform zu finden und seine Interessen weiter zu entwickeln.

Auf allen Jahrgangsstufen und in allen Fächern wird das eigenständige und partnerschaftliche Lernen geübt und im Wechsel von unterschiedlichen Arbeitsformen wie Einzel-, Projekt- und Gruppenarbeit, selbstgesteuertem und fächerübergreifendem Lernen variiert. Dazu gehört auch die im Unterricht unterstützte Teilnahme an Wettbewerben wie Jugend forscht, Jugend debattiert, Vorlesewettbewerben in Deutsch, Französisch und Englisch und andere.

Bei Lernschwierigkeiten und Wissenslücken steht ein Baukasten von Unterstützungsmöglichkeiten bereit: Hausaufgabenhilfe mit und ohne Lernplan, Nachhilfe durch qualifizierte Oberstufenschülerinnen und die Sommerschule.

Ebenso werden leistungsstarke Schülerinnen und Schüler ermutigt und dabei unterstützt, sich vertiefende Kenntnisse parallel zu den Unterrichtsthemen anzueignen. Das kann durch die Nutzung zusätzlicher Angebote wie der Teilnahme am Enrichment-Programm, außerschulischer Angebote wie das Junior-Studium der Christian-Albrechts-Universität, der Fachhochschule Kiel oder des GEOMAR – Helmholtz-Gesellschaft für Ozeanforschung und anderer Institutionen geschehen, aber auch durch weiterführende Aufgaben innerhalb des Unterrichts und die Beteiligung an Wettbewerben.

Um alle Schülerinnen und Schüler in ihren Begabungen und Stärken zu fördern, unterstützt das Gymnasium sie auf ihrem individuellen Lernweg sowohl durch Hilfs- und Förderangebote als auch durch vertiefende Aktivitäten. Diese werden von Lehrern, Eltern, Schülern und außerschulischen Anbietern betreut. Im Einzelnen sind dies:

  1. Intensivierungsstunde
  2. Legasthenie
  3. Persönlichkeitstraining
  4. Enrichment
  5. Hausaufgabenhilfe
  6. Sommerschule
  7. Deutsch-Förderung
  8. Begabtenförderung Mathematik
  9. Entwicklung von Selbstvertrauen
  10. Zusammenarbeit mit außerschulischen Institutionen
  11. Prävention

1. Intensivierungsstunde

An unserem Gymnasium sind in den Sexten, Quinten und Quarten Intensivierungsstunden in den Fächern Deutsch, Englisch, Französisch und Mathematik nach folgendem Plan fest eingebunden:

Die Lehrkraft, die in der jeweiligen Klasse und Jahrgangsstufe den Fachunterricht erteilt, unterrichtet in einem fünf- bzw. vierstündigen Fach vier bzw. drei Stunden die ganze Klasse, in einer Intensivierungsstunde jeweils die Hälfte der Klasse. In dieser Stunde erhält die andere Hälfte der Klasse Intensivierungsunterricht in einem anderen Fach. Insgesamt erhalten die Schülerinnen und Schüler somit (weiterhin) insgesamt fünf bzw. vier Wochenstunden Unterricht in dem jeweiligen Fach, davon eine Stunde in einer kleineren Lerngruppe, also intensiver.

Zurzeit werden in folgenden Fächern und Jahrgängen Intensivierungsstunden erteilt:

Jahrgang 5: Deutsch und Englisch

Jahrgang 6: Deutsch und Mathematik

Jahrgang 7: Deutsch

Jahrgang 8: Mathematik

 

2. Legasthenie

Alle Schülerinnen und Schüler, die von den Grundschulen mit einer förmlich festgestellten Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS) zu uns kommen, stehen unter dem Schutz des Nachteilsausgleiches. Dieser kann je nach Fach und Klasse unterschiedlich gehandhabt werden, z. B. durch geringere Gewichtung bei der Bewertung der Lese- und Rechtschreibleistung, durch Verlängerung der Arbeitszeit o. Ä.

Dies gilt auch für diejenigen, bei denen eine Lese- und Rechtschreibschwäche erst im Laufe der Orientierungsstufe förmlich anerkannt wird.

Dieser Schutz kann auf Antrag auch in der Oberstufe gewährt werden.

 

3. Persönlichkeitstraining

In der Orientierungsstufe werden die Schülerinnen und Schüler durch ihre Klassenlehrer fortlaufend durch Bausteine aus dem Programm Lions Quest dabei unterstützt, sich zu einer gefestigten Persönlichkeit zu entwickeln.

Dazu dient auch die im Stundenplan fest verankerte Klassenlehrerstunde in den 5., 6. und 7. Klassen, in der eingehend das Sozial- und Lernverhalten und die Belange der Klassengemeinschaft besprochen werden können.

 

4. Enrichment

Besonders begabte und interessierte Schülerinnen und Schüler werden für Enrichment-Projekte von der Schule nominiert. Enrichment-Projekte sind fächer- und schulübergreifende Kurse außerhalb der Schulzeit, die an unterschiedlichen Lernorten (Stützpunktschulen, Instituten der Universität, dem GEOMAR) stattfinden. Das Gymnasium Wellingdorf ist mit einem Kursangebot am Enrichment-Programm beteiligt und damit eine Stützpunktschule. Zur Förderung zählt auch, dass besonders leistungsbereite Schülerinnen und Schüler in allen Fächern zur Teilnahme an Wettbewerben ermuntert und darin begleitet werden, siehe z. B. unter Wirtschaft-Politik, Informatik, Jugend debattiert, Jugend forscht u. Ä.

Hierzu gehört auch die Unterstützung von Schülerinnen und Schülern bei der Nominierung für Stipendien wie grips gewinnt, Studienkompass oder des Begabtenförderungswerks.

 

5. Hausaufgabenhilfe

Die Hausaufgabenhilfe wird an unserer Schule für alle Schülerinnen und Schüler der 5. bis 8. Klassen angeboten. Ehemalige Lehrer, Lehramtsstudenten der CAU und Schüler und Schülerinnen der Oberstufe betreuen die Kinder, die hier zwischen 13.30 und 15.10 Uhr in ruhiger Umgebung ihre Aufgaben erledigen und ein zusätzliches Übungsangebot nutzen können. Dieses Angebot ist kostenlos und steht allen jederzeit offen; die Teilnahme wird in einer Anwesenheitsliste festgehalten.

Der Fachlehrer kann bei offensichtlichen Wissenslücken und Schwächen eine dringende Empfehlung zur Teilnahme an der Hausaufgabenhilfe aussprechen. Dies wird in einem Lernplan mit den Eltern, dem Schüler und dem Fachlehrer niedergelegt und abschließend ausgewertet.

Für eine Einzelnachhilfe vermittelt Frau Schwabe geeignete Oberstufenschüler und -schülerinnen, so dass in jedem Fach jederzeit geholfen werden kann.

 

6. Sommerschule

In den beiden letzten Wochen der Sommerferien können Schülerinnen und Schüler der 6. bis 9. Klassen mit unbefriedigenden Leistungen gegen einen geringen Unkostenbeitrag in Kleingruppen Unterricht in einem Kernfach erhalten, zugeschnitten auf ihre persönlichen Lernerfordernisse. Erfahrene Lehrkräfte und Lehramtsstudenten betreuen dieses Angebot. So können die Schülerinnen und Schüler gestärkt in das neue Schuljahr gehen.

FAQs

 

7. Deutsch-Förderung

Die sprachliche Förderung für Kinder, die Deutsch nicht als Muttersprache sprechen, ist durch die Intensivierungsstunden und die Betreuung in der Hausaufgabenhilfe in die Förderung für alle integriert, denn Schwierigkeiten im Verstehen von Texten und schriftlichem und mündlichem Ausdruck sind nicht automatisch an den Sprachgebrauch in der Familie gebunden. So gibt es viele Kinder, die Deutsch auch als zweite oder dritte Sprache sehr gut beherrschen, aber auch etliche, die, obwohl Deutsch ihre Muttersprache ist, erhebliche Schwierigkeiten mit Wortschatz und Grammatik haben. Deshalb wird von den Lehrkräften aller Fächer auf den korrekten Gebrauch der deutschen Sprache, mündlich und schriftlich, geachtet und somit die sprachliche Kompetenz auch in den Fachsprachen erweitert.

 

8. Begabtenförderung Mathematik

Mathe-Plus gibt mathematisch besonders begabten und interessierten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, in einzelnen Stunden am Vormittag statt des regulären Unterrichts klassenübergreifend gemeinsam über schwierigere Probleme nachzudenken und mathematische Herangehensweisen kennenzulernen.

Wer kann mitmachen?

In den Zeugniskonferenzen am Ende des Schuljahres (5. Klassen: am Ende des ersten Schulhalbjahres) schlagen die Mathematiklehrerinnen und Mathematiklehrer der entsprechenden Jahrgänge maximal 2 Schülerinnen und Schüler pro Klasse für diese Begabtenförderung vor. Da die Schülerinnen und Schüler während Mathe-Plus den Unterricht in anderen Fächern versäumen, muss zusätzlich die Klassenkonferenz, d.h. auch die Fachlehrer der anderen Fächer, der Teilnahme zustimmen. Ist dies der Fall, erhält die Schülerin/ der Schüler eine Einladung zu Mathe-Plus.

 

9. Entwicklung des Selbstvertrauens

Um die Schülerinnen und Schüler bei der Ausbildung ihrer Persönlichkeit zu unterstützen, gibt es unterschiedliche Angebote, welche die in der Schule selbstverständliche Koedukation ergänzen.

So ist die Durchführung des internationalen Girls´ Day fester Bestandteil des Lehrprogramms der 8. Klassen. An diesem Tag können Mädchen sich in einem naturwissenschaftlich-technischen Beruf ausprobieren und die Jungen ihre zukünftige Verantwortung für das Arbeitsfeld von Pflege und Familie in den Blick nehmen.

Außerdem fördern wir Sportangebote, wobei Mädchen und Jungen sich ihrer Stärken und Eigenheiten bewusst werden können, z. B. in einem Selbstverteidigungskurs für die Orientierungsstufe.

 

10. Zusammenarbeit mit außerschulischen Institutionen

Die Nähe zum GEOMAR ermöglicht uns eine enge Zusammenarbeit im Bereich der Meereswissenschaften. So können Schülerinnen und Schüler schon der 5. bis 8. Klassen an einer Meereskunde-AG teilnehmen, die z. T. in den Räumen und Labors des GEOMAR durchgeführt wird. Ältere „Schülerinnen und Schüler arbeiten individuell oder in Gruppen über Zeiträume von einigen Tagen bis hin zu einem Schuljahr in den Schulen, in den Labors der Forschungseinrichtungen oder auch auf See. Lehrer und Wissenschaftler stehen dabei mit ihrem Fachwissen zur Seite“ (aus dem Programm des GEOMAR).

Hinzu kommt die Zusammenarbeit mit unseren Partnern in der Wirtschaft, der Förde-Sparkasse, der Debeka und der Zöllner Signaltechnik GmbH, vor allem bei der Gestaltung des Betriebs- und Wirtschaftspraktikums.

 

11. Prävention

In Biologie und Sport ergeben sich laufend Anknüpfungen zu Themen der gesundheitlichen Aufklärung, seien es Fragen zur gesunden Ernährung oder der Bedeutung von regelmäßigem Sport. Aber auch in anderen Fächern, z. B. vermittelt durch Literatur, werden die Themen Sucht, Diskriminierung  und Gewalt erörtert.

Im Einzelnen lassen sich folgende Schwerpunkte nennen:

  • Als Schule sind wir an dem Nichtraucher-Projekt „Be Smart, Don´t Start“ beteiligt
  • und an dem Projekt „Weniger ist mehr“ der Koordinationsstelle Schulische Suchtvorbeugung (KOSS).
  • Schüler, die sich eigens dafür haben ausbilden lassen, beraten als Handy-Scouts Mitschüler im Umgang und bei Problemen mit den sozialen Netzwerken.
  • Im Rahmen des Zukunftstags für Jungen wird in Zusammenarbeit mit z. B. dem Packhaus, der örtlichen Polizei oder pro familia über die Themen häusliche Gewalt, Gewalt auf der Straße und Deeskalationsstrategien aufgeklärt.

Gabriele Schwabe, OStRin, Januar 2017

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