Was ist ein Schulprogramm?

Sechs Fragen und Antworten zum neuen Schulprogramm

Die Schulkonferenz hat am 19. Juni 2008 ein neues Schulprogramm für das Gymnasium Wellingdorf verabschiedet. Auf den ersten Blick wird deutlich, dass sich hier Grundlegendes verändert hat: An die Stelle einer umfangreichen Broschüre ist ein knappes Arbeitspapier getreten. Was es damit auf sich hat, soll im Folgenden anhand sechs zentraler Fragen geklärt werden.

1. Was ist ein Schulprogramm?
Laut Erlass des Ministeriums müssen Schulen in Schleswig-Holstein ein Schulprogramm haben, das „die für alle Beteiligten verbindlichen  pädagogischen Ziele der Schule, Wege zu ihrer Umsetzung und Verfahren, das Erreichte zu überprüfen und auszuwerten“,  enthält. Dies hängt mit den veränderten Aufgaben und der immer größeren Eigenständigkeit der Schulen zusammen: Sie sind aufgefordert, sich ein eigenes Profil zu geben und die Qualität ihrer Arbeit ständig zu verbessern und zu überprüfen. Dies soll das Schulprogramm als das „ständige Arbeitsprogramm der Schule“  gewährleisten.

2. Warum benötigte unsere Schule ein neues Schulprogramm?
Wie die Programme vieler Schulen konzentrierte sich auch das Schulprogramm des Gymnasiums Wellingdorf zunächst darauf, eine breite Öffentlichkeit umfassend über das Schulleben zu informieren. Die Formulierung bestimmter pädagogischer Ziele und konkreter Arbeitsvorhaben stand noch nicht im Mittelpunkt des Interesses.  Mittlerweile haben sich die Rahmenbedingungen schulischen Arbeitens jedoch grundlegend verändert: Mit der Einrichtung der offenen Ganztagsschule, der Schulzeitverkürzung und der Profiloberstufe etwa steht unsere Schule vor Aufgaben, die gezielte Maßnahmen der Schulentwicklung erfordern. Diese bilden nun das Zentrum des Schulprogramms, während sich die Selbstdarstellung der Schule in Daten und Fakten einem Schulporträt entnehmen lässt, das alle Schulen im Internet präsentieren.

3. Wozu dient ein Leitbild?
Das Leitbild stellt das Herz des Schulprogramms dar. Es vermittelt „die Grundhaltung einer Schule, nach der sie sich in allen ihren Tätigkeiten nach außen und innen orientiert.“  Das Leitbild des Gymnasiums Wellingdorf besteht aus vier Leitzielen („Individualisierung des Lernens“, „Professionalisierung des Lehrens“, „Wertevermittlung“ und „Schule als Lebensraum“), die die gemeinsame Zukunftsvision der Schule beschreiben. Zu jedem dieser Leitziele geben Unterpunkte genauer an, auf welche Weise sich die Schulgemeinschaft für deren Verwirklichung einsetzt (z.B.: „Wir gestalten unsere Schule als Lebensraum, in dem wir uns wohlfühlen und der zu vielfältigen Aktivitäten einlädt, indem wir modern ausgestattete Arbeitsbereiche bereitstellen und Rückzugsmöglichkeiten schaffen.“). Das eigentliche Arbeitsprogramm der Schule entsteht, indem die Schulgemeinschaft zu den einzelnen Unterpunkten konkrete Arbeitsvorhaben beschließt, die in einem bestimmten Zeitraum umgesetzt werden müssen (z. B. die Einrichtung eines Schüleraufenthaltsraums innerhalb des laufenden Schuljahrs). So können Schritt für Schritt „die Träume einer  künftigen Schule für die Alltagsrealität wirksam werden.“

4. Wer hat das neue Schulprogramm erarbeitet?
Zuständig für die Schulprogrammarbeit ist der Schulprogrammausschuss. Unter fachkundiger Beratung eines professionellen Schulentwicklers erarbeitete dieser im Jahr 2008  zunächst einen Leitbildentwurf, der auf einem Fortbildungstag des Kollegiums ergänzt und anschließend überarbeitet wurde. Aus den vielfältigen Kommentaren und Anregungen der beteiligten Lehrkräfte, Eltern und Schüler wurden anschließend Vorschläge für konkrete Arbeitsvorhaben entwickelt, von denen das Kollegium drei auswählte: Die Entwicklung eines Konzepts zur Erfassung der Arbeitsbelastung der Lehrkräfte (zum Leitziel „Professionalisierung des Lehrens“), die Einrichtung eines Aufenthaltsraums für Unter- und Mittelstufenschülerinnen und -schüler (zum Leitziel „Schule als Lebensraum“) und die  Einrichtung einer Klassenlehrerstunde in der Unter- und Mittelstufe (zum Leitziel „Individualisierung des Lernens“).  Die genannten Arbeitsschwerpunkte kommen im laufenden Schuljahr zum Abschluss. Über die Ergebnisse wird in der Schulkonferenz abgestimmt. Als neues Arbeitsvorhaben hat die Schulkonferenz im Februar 2010 die Entwicklung eines Konzepts für ein Schulfest, das von der gesamten Schulgemeinschaft getragen wird, verabschiedet. Ein weiteres Vorhaben, die Erstellung eines Konzepts zur Gewaltprävention, befindet sich derzeit in Planung. Um die Verwirklichung dieser Projekte zu gewährleisten, legt ein Arbeitsplan die jeweils erforderlichen Maßnahmen und die Zuständigkeiten fest. Das Leitbild und die dazugehörigen Arbeitsschwerpunkte bilden das von der Schulkonferenz verabschiedete aktuelle Schulprogramm des Gymnasiums Wellingdorf.

5. Wie sieht die weitere Schulprogrammarbeit aus?
Mit der Verabschiedung des Leitbildes hat das Gymnasium Wellingdorf eine professionelle Grundlage für eine langfristige Schulprogrammarbeit gewonnen. Im laufenden Schuljahr müssen die verabschiedeten Arbeitsvorhaben umgesetzt werden. Hierzu bestehen derzeit vier Ausschüsse, die von Frau Petzold (Erfassung der Arbeitsbelastung der Lehrkräfte), Herrn Knieling (Einrichtung eines Aufenthaltsraums) und Frau Behl (Einrichtung einer Klassenlehrerstunde in der Unter- und Mittelstufe) sowie N.N. (Entwicklung des Konzepts für ein Schulfest) geleitet werden. Außerdem laufen die Vorarbeiten für die Entwicklung eines Gewaltpräventionskonzepts. Der Schulprogrammausschuss muss ferner für eine langfristige Unterrichtsentwicklung, also die Sicherung und Verbesserung der Qualität des Unterrichts an unserer Schule, sorgen. Diesem Thema widmet sich besonders das Schulbegleitprojekt „Lernkompetenz fördern“ des IQSH, das bis zum Ende des Schuljahres an unserer Schule durchgeführt wird. Langfristig soll der aktuelle Stand der Schulentwicklung am Gymnasium Wellingdorf in Form einer Handreichung dokumentiert werden.

6. Wie können sich Schüler, Eltern und Lehrer an der Schulentwicklung beteiligen?
Der Schulprogrammausschuss informiert die Schulöffentlichkeit durch Berichte in den Gremien, in der Schulzeitung sowie das Schwarze Brett im Eingangsbereich des Gebäudes laufend über seine Arbeit. Genauere Informationen können einem im Sekretariat zugänglichen Ordner entnommen werden. Fragen und Anregungen zur Schulentwicklung sind dem Ausschuss jederzeit willkommen und können über die Mitglieder, deren Namen ebenfalls an der Pinnwand aushängen, eingebracht werden. Derzeit gehören dem Ausschuss neben dem Schulleiter, Herrn Borstelmann, die Lehrkräfte Frau Amtsberg-Melson, Herr von Arend, Frau Behl und Herr Knieling, die Elternvertreter Frau Naase und Herr Wuttke  sowie die Schülervertreter Nina Dengg und Jakob Defant an. Diese Steuergruppe wird von Frau Behl geleitet. Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler sind herzlich eingeladen, in den Ausschüssen zur Umsetzung der Arbeitsvorhaben mitzuwirken. Interessierte wenden sich bitte an die zuständige Lehrkraft. In festgelegten Abständen wird der Ausschuss künftig Befragungen der Lehrer, Eltern und Schüler zur Umsetzung der jeweils aktuellen Arbeitsvorhaben durchführen. Die Mitwirkung an diesen Erhebungen stellt ebenfalls einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung unserer Schule dar.
Je mehr Lehrer, Eltern und Schüler sich konstruktiv an dem Prozess der Schulentwicklung beteiligen, umso näher kommt das Gymnasium Wellingdorf dem selbstgesetzten Ziel, eine „lernende Schule“ zu sein.
Christine Behl, März 2010

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